Medizinische Hochschule Hannover

Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie

und Psychotherapie

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Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Botulinumtoxin

Eine Behandlung mit lokalen Botulinumtoxin-Injektionen kann in Erwägung gezogen werden, wenn einzelne wenig fluktuierende Tics (hervorgerufen durch gut identifizierbare und zugängliche Muskeln) zu einer relevanten klinischen Beeinträchtigung führen. Nach bisherigen Erfahrungen ist die Wirksamkeit bei motorischen Tics im Gesicht und am Nacken am besten. Allerdings wurde mehrfach auch über Behandlungserfolge bei vokalen Tics berichtet.

 

Cannabinoide und Cannabismedikamente

Neben Berichten von Patienten über positive Wirkungen von Cannabis sativa auf verschiedene Symptome des Tourette-Syndroms, fanden sich in zwei kleinen Studien Hinweise auf eine Tic reduzierende Wirkung von delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), dem am stärksten psychotrop wirksamen Inhaltsstoff der Cannabispflanze. Die Wirkung gilt allerdings nicht als erwiesen. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kann seit kurzem alternativ auch ein Antrag für eine Behandlung mit einem Cannabis-Extrakt oder –kraut gestellt werden.

Operative Behandlung mittels tiefer Hirnstimulation

Kleinen und meist unkontrollierten Studien zufolge führt die tiefe Hirnstimulation nicht nur zu einer Verminderung der Tics, sondern auch von psychiatrischen Komorbiditäten wie Zwang, Depression, Angst und Autoaggression. Unklarheit besteht derzeit allerdings noch über den geeigneten Zielpunkt. Nach heutigem Kenntnisstand stellt die tiefe Hirnstimulation eine viel versprechende Behandlungsalternative für schwer betroffene und Therapie resistente erwachsene Patienten dar.